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Die orthodoxe Patriarchalkirche von Alexandria und ganz Afrika

Von Michael J.L. La Civita

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Die afrikanische Christenheit hat apostolische Wurzeln. Der heilige Evangelist Markus brachte das Evangelium in die ägyptische Stadt Alexandria, die in der antiken Welt nur noch von Rom übertroffen wurde, und gründete dort bereits im Jahr 42 n. Chr. eine Kirche.

Markus säte den christlichen Samen auf fruchtbaren Boden, und seine Evangeliumsverkündigung reichte weit über die wohlhabende jüdische Gemeinde Alexandrias hinaus. Er rief die Griechen und Kopten (diese Bezeichnung leitet sich von dem griechischen Wort „Aigyptios“, Ägypter, ab) der Stadt dazu auf, „den Weg“, die frühchristliche Beschreibung für die Nachfolge Jesu Christi, zu beschreiten.

Wenngleich sie zeitweilig von den Römern verfolgt wurde – Markus starb um das Jahr 67 n. Chr. den Märtyrertod –, blühte die alexandrinische Kirche auf. Sie legte für die Weltkirche das philosophische Fundament und das theologische Vokabular, die beide für die explosionsartige Ausbreitung des Christentums in der griechisch–römischen Welt unentbehrlich waren. Das alexandrinische Christentum führte die koinobitischen und eremitischen Varianten des monastischen Lebens ein und belebte die Kirche mit einigen ihrer größten Heiligen und Gelehrten.

Anfang des 3. Jahrhunderts war der Ruf Alexan–drias als das vorrangige Zentrum der Gelehrsamkeit, Bibelwissenschaft und theologischen Forschung in der christlichen Welt unangefochten. Die von Pantänus um das Jahr 180 gegründete katechetische Schule von Alexandria bot Studien in der Philosophie, Naturwissenschaft und Mathematik an. Sie wurde von so einflussreichen Denkern wie dem hl. Clemens (gestorben 211), Origenes (gestorben 251), Didymus der Blinde (dessen Lebenszeit den größten Teil des 4. Jahrhunderts überspannte) und dem hl. Hieronymus (gestorben 420), der unter Didymus studiert hatte, geleitet.

Die Kirche von Alexandria war nicht auf die kosmopolitische Umgebung von Alexandria begrenzt. Ihren Bischöfen, die heute noch den Titel als „Papst und Patriarch von Alexandria und ganz Afrika“ tragen, kam die Jurisdiktion über den gesamten afrikanischen Kontinent zu. Viele alexandrinische Christen, die ein einsames Leben des Gebets suchten, flohen in die Wüste und ins Hinterland südlich des Nildeltas. Manche, wie der hl. Antonius der Große (251–356) und der hl. Makarios (300–390), inspirierten Hunderte von Anhängern, die eifrig nach einem Leben in unablässigem Gebet trachteten. Einer dieser Anhänger, der hl. Pachomius (gestorben 345), versammelte diese Eremiten in Mönchsgemeinschaften und bildete so die ersten christlichen Klöster. Diese christliche Tradition breitete sich später vom afrikanischen Kontinent her nach Kleinasien, dem Nahen Osten und Europa aus.



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Tags: Africa Orthodox Church Church history Orthodox Patriarchal Church of Alexandria